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Die wichtigsten Ziele in Brüssel

Mini-Europa

Direkt am Atomium befindet sich der Park „Mini-Europa“, der die schönsten Bauwerke aus der Europäischen Union in einem Maßstab von […]

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Die belgische Hauptstadt Brüssel hat neben ihrer politischen Bedeutung als Sitz mehrerer EU-Organisationen eine bewegte Geschichte und einen interessanten Stadtaufbau. So setzt sich die Hauptstadtregion aus insgesamt 19 Gemeinden zusammen, welche jeweils über einen eigenen Bürgermeister verfügt. Hier ist Kooperationsbereitschaft und Verhandlungsgeschick auf Augenhöhe täglich gefragt. Generell ist das Leben in Brüssel von einem ständigen Bemühen um Ausgleich zwischen Individualität und Integration geprägt. So verwundert es nicht, dass die Kunst des Sich-Arrangierens zu einem fast zwanghaften Wesenszug der Brüsseler gehört. Sie wird zuvorderst an der allgegenwärtigen zweisprachigen Beschilderung deutlich, kann mitunter kuriose Formen annehmen und verdient dennoch als höhere Diplomatie des Alltags unbestritten Bewunderung. Mit seinen circa 1,1 Millionen Einwohnern ist Brüssel vergleichsweise klein, vereint aber zudem rund 180 Nationalitäten aus allen Kontinenten auf seinem Gebiet. Dies hat eine Fülle von unterschiedlichsten Lebenswelten innerhalb dieses engen Raumes zur Folge. Als Touristenziel ist Brüssel neben seiner Kompromissbereitschaft und Toleranz auch aufgrund seiner zahlreichen Sehenswürdigkeiten beliebt.

Als Wahrzeichen der Stadt sei hierbei zunächst das Atomium genannt, welches diese Funktion seit seiner Errichtung anlässlich der Weltausstellung im Jahre 1958 futuristisch und seit seiner Renovierung neu erstrahlt wahrnimmt. Der 102 Meter hohe Stahl- und Aluminiumkoloss stellt mit seiner 165milliardenfachen Vergrößerung eines Eisenkristallmoleküls symbolisch das Atomzeitalter dar. Ein interessanter Aspekt ist, dass sich unter dem Atomium einst ein Nuklearreaktor befand, welcher heute in der Universität Basel untergebracht ist.

Ein weiteres touristisches Highlight ist der Petit Julien, besser als Manneken Pis bekannt, welcher die respektlose Beziehung der Brüsseler zu ihren Autoritäten repräsentieren soll. Das winzige Männlein wurde im Jahre 1619 durch den Magistrat Jérome Duquesnoy in Auftrag gegeben und hat eine bewegte Geschichte. Mehrmals wurde die Figur geraubt, darunter 1745 von den Engländern, zwei Jahre später von den Franzosen. Als Wiedergutmachung ließ ihm Ludwig XV. ein kostbares Gewand aus Goldbrokat nähen. Auch heute noch wird das Manneken Pis zu aktuellen Anlässen immer neu eingekleidet.

Auf dem 110 Meter langen und 68 Meter breiten Marktplatz (Grote Markt bzw. Grand Place) herrschte jahrhundertelang reger Handel. Heute zeugen nur noch die prachtvollen Zunfthäuser von diesem geschäftigen Treiben. Gegenüber vom Rathaus, welches als das schönste gotische Gebäude ganz Belgiens gilt, steht beispielsweise die Maison du Roi, das Haus der Bäckerzunft (Broodhuis), in dem heute das Stadtmuseum untergebracht ist.

Vor allem Kunstinteressierte sollten bei einem Aufenthalt in Brüssel auch den Mont des Arts besichtigen. Der »Kunstberg« stellt mit seinen vielen Museen das kulturelle Highlight im Zentrum dar und verbindet die Place de l’Albertine mit dem Reiterstandbild von König Albert l. mit der Place Royale. Hier finden sich auf engstem Raum unter anderem die Nationalbibliothek, das Palais Charles de Lorraine, das Museum für Alte Kunst und das Musikinstrumentenmuseum MIM.

Die Europäische Union und ihre Einrichtungen prägen den Osten der Innenstadt. Rund 40.000 Menschen sind mittlerweile bei einer der EU-Organisationen tätig. Hauptsitz der Europäischen Union ist seit 1967 das Palais Berlaymont, ein riesiges sternförmiges Gebäude am Rond­Point Schuman. Von dort aus kamen mit Zunahme der Mitgliedsstaaten immer mehr Gebäude hinzu, so hat sich allein die EU-Kommission auf mittlerweile 70 Gebäude ausgebreitet. Dieses wachsende Quartier Europeen macht Brüssel inzwischen zu einer der größten Bürometropolen der Welt.

Belgien nimmt eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Comics ein. Lucky Luke oder Tim und Struppi sind nur einige Beispiele für die belgische Kreativität diesbezüglich. Im Belgischen Comic-Zentrum findet sich diese Geschichte im Rahmen einer Ausstellung, eine angeschlossene Bibliothek verleiht um die 25.000 Comicbände.

Eine Sehenswürdigkeit der etwas anderen Art bietet die Kunst in der Metro Brüssels. Seit 1965 wurden die zahlreichen U-Bahnhöfe von Künstlern originell gestaltet. An den unterschiedlichen Stationen finden sich so beispielsweise Comic-Figuren, bunte Holzpuppen, lackierte Holzreliefs oder schwebende Bronzefiguren.